Hier gibt es viele Anhaltspunkte, die einer näheren Betrachtung lohnen würden. Zum Beispiel ist es natürlich keineswegs selbstverständlich, dass von Gott als dem die Rede ist, der in Jerusalem, Samaria und Galiläa unterwegs ist. Aber das ist ein anderes Kapitel…
Im engeren Sinne geht es also um die 10 Aussätzigen, die ihre Not signalisieren, denen Jesus hilft und von denen 90% glauben, jetzt endlich das Ende der Fahnenstange erreicht zu haben. Einer kommt zurück. Einer sagt Danke! Und dieser Eine entdeckt, dass es im Leben um mehr geht, als irgendetwas im Moment nicht zu sein.
„Hinter dem Horizont geht´s weiter“. Udo Lindenberg sang es vor 20 oder mehr Jahren. Der Wortlaut ist akzeptiert, das Lied war ein Hit, die Melodie bleibt im Ohr. Aber der Sachverhalt wird allzu oft unterschätzt. Das, was wir aktuell sehen, ist noch nicht alles. Die Lösung der Problemberge vor uns ist noch nicht unser Lebenswerk, die momentane Freude noch nicht der Gipfel unserer Erfahrungen, die heutigen Pläne sind keine geeignete Roadmap für unser Leben.
Aber vermutlich stimmt das Verhältnis, dass 90% dies übersehen. Im Alltagstrott ebenso wie in Fragen nach Sinn und Leben.
Einer von zehn kommt zu dem zurück, der Urheber seines aktuellen Glücks ist. Einer von zehn wird darauf aufmerksam, dass es hinter dem Horizont des „nicht-mehr-aussätzig-Seins“ noch mehr zu entdecken gibt, dass mit diesem Jesus zusammen hängt.
So irritierend es klingen mag: Wer Gott die Ehre gibt, entdeckt, dass es weiter geht. Und das, obwohl „Dankbarkeit“ und „Ehrerbietung“ in unserem Sprachgebrauch eher wie hinderlicher Ballast empfunden werden. Das Gegenteil ist richtig…