Galater 1, 11-24
Aha, das Evangelium passt sich also nicht den Menschen an. Soso. Also Integration statt Inklusion?Bereiten sie sich vor, assimiliert zu werden. Dann ist es ja klar, die Fundis und Treuen im Lande haben Recht: Nichts darf sich ändern, keine Entwicklung – Frauen bleiben Menschen zweiter Klasse, ebenso Schwule, alles muss bleiben, wie es war.
Ich glaube nicht, dass es so gemeint ist. Das Evangelium ist die größtmögliche Annäherung Gottes an den Menschen Gott und Mensch sind nunmehr so dicke miteinander, da passt kein Blatt mehr dazwischen.
Darum geht es also nicht. Sondern?
Genau um das Gegenteil, würde ich sagen. Paulus wendet sich gegen die Vorgestrigen, die Reichsbedenkenträger, gegen diejenigen, die auf Nummer sicher gehen wollen. Er weist auf die Radikalität und Unverfügbarkeit des Evangeliums hin. Und wenn er dann die Heidenmission aus der Taufe hob, zu neuen Ufern aufbrach, dann handelte es sich eben nicht um ein Neuschreiben des Evangeliums oder eine Veränderung, sondern um seine Neuentdeckung: Wesentliche Teile und Aspekte dieser unverfügbaren Botschaft wurden im aktuellen soziokulturellen Kontext neu entdeckt und konsequent gelebt.
Ja, das Evangelium passt sich nicht den Menschen an. Aber manchmal passen wir uns ihm an.